Augenspaziergang am Weltgesundheitstag (WDR Beitrag)


Bewusster schauen am Weltgesundheitstag

Anders sehen beim Augenspaziergang

Von Christian Herrmanny

Unsere Augen sind ständig im Einsatz – auch wenn Sie diese Zeilen lesen. Das Sehen strengt an, manchmal verursacht es sogar Beschwerden. Wie die Augen entspannt und richtig eingesetzt werden können, konnte man am Montag (07.04.08) zum Weltgesundheitstag in Essen erfahren.

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Die Welt farbig sehen

Sie geben ein merkwürdiges Bild ab, die mehr als 20 Teilnehmer des „Augenspaziergangs“ im Essener Grugapark. Mit bunten Brillen blicken sie auf Blüten und Blätter oder in die Wolken – die Wahrnehmung wird sofort verändert. „Das ist wunderbar“, sagt Silvia Basenau aus Essen. Nacheinander hat sie durch blaue, rote, gelbe, orange Gläser geschaut. „Orange gefällt mir am besten, da bekommt man irgendwie sofort gute Laune“, so die 45-Jährige. Dass die Farben auf das Gehirn wirken, hat die Gruppe zuvor von der Leiterin des „Augenspaziergangs“ erfahren, Ingrid Schuchardt: „Und auch unverfremdet sind die Farben der Natur ein Genuss für die Augen – vorausgesetzt wir schauen hin.“

Augen zwischendurch entspannen

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Die Wahrnehmung wird verändert

„Unsere Augen sind eine fantastische Sache“, sagt die Sehlehrerin vom „Verein für gesundes Sehen“. Die Essenerin führt den Teilnehmern die großartige Leistungsfähigkeit des Sehorgans buchstäblich vor Augen. Gleichzeitig zeigt sie aber auch Grenzen auf – und wirbt für eine aktive Entlastung der Augen. „Ballen Sie einmal ein paar Minuten ganz fest ihre Faust. Und dann lösen sie Finger für Finger.“ Die Teilnehmer folgen Ingrid Schuchardt und stellen fest: Die Gelenke schmerzen. „Und unserem Augenmuskel muten wir diese Anstrengung vor dem Bildschirm stundenlang zu.“ Laut einer Bremer Studie klagen 42 Prozent aller am PC arbeitenden Beschäftigten über Augenschmerzen. „Manche geben zu, bei der Heimfahrt nicht einmal mehr die Verkehrsschilder erkennen zu können.“

Augen müssen gepflegt werden, Muskeln entlastet

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Luftballon als Augenmuskel

Die Gründe für Fehlsichtigkeiten erläutert Ingrid Schuchau an der nächsten Station. Mit Hilfe eines Luftballons veranschaulicht sie die Arbeit des Auges: Sechs Muskeln sorgen fürs nahe und weite Sehen. „Mir wird durch die Übungen und Informationen erst bewusst, wie wichtig die Augen sind“, sagt Teilnehmerin Martina Engelhardt. Sie ist extra aus Krefeld zum „Augenspaziergang“ ins Ruhrgebiet gekommen. „Man muss die Augen eigentlich genauso pflegen, wie die anderen Organe auch. Wenn der Rücken schmerzt, geht man sofort zum Arzt. Aber die Augen werden ganz oft vernachlässigt.“ Dafür gibt es dann eben kurzerhand eine Brille. Obwohl: Ein gezieltes Training kann die Sehhilfe in einigen Fällen überflüssig machen.

Sonne als „größte Apotheke der Welt“

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Aha-Effekt dank Sonnenschein

Brillenträger brauchen bei der rund 90-minütigen Veranstaltung unbedingt ein Etui, denn auch bei der nächsten Übung würde die Brille nur stören: Die Teilnehmer reiben ihre Hände aneinander und legen sie dann auf die Augen, bis wirklich nur noch schwarz zu sehen ist. Dann schauen sie mit geschlossenen Lidern in die Sonne. „Das ist großartig, man sieht zuerst gelb und dann orange und rot – toll“, schwärmt Silvia Basenau. „Die Augenlider sind durchscheinend wie Pergament“, sagt Ingrid Schuchardt. „Das Gelb wirkt für unser Nervensystem aufbauend. Und dann schauen Sie einmal, wie viele verschiedene Gelbtöne es gibt.“ Und weiter geht es durch die Gruga mit ihren bunten Pflanzen – wie zur Bestätigung der Farblehre.

Auge kann sich den vielen Eindrücken nicht entziehen

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Gute Übung: Jeden Morgen schielen

Die nächste Übung wird zur täglichen Nachahmung empfohlen: Eine Perle langsam von der Nasenspitze aus über eine Schnur wandern lassen. Die schielenden Augen sehen die Schnur in der Form eines „X“. „So wird das nahe Sehen optimal trainiert“, sagt Sehlehrerin Schuchardt. Wie stark unser Leben visuell geprägt ist, verdeutlicht sie mit einem Beispiel: „Wir telefonieren mit Freunden und berichten ihnen von unseren Erlebnissen. Im Auge entspricht die Telefonleitung den Nervenfasern, die die Erlebnisbilder in das Gehirn weiterleiten. Und aus aller Welt kommen die Rückrufe.“

„Das andere Sehen ist sehr angenehm“

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Nur durch die Löcher schauen

Zum Schluss des „Augenspaziergangs“ zum Weltgesundheitstag werfen die Teilnehmer einen Blick durch die Rasterbrille. Unterschiedlich große Löcher im schwarzen Brillenglas bewirken, dass der einfallende Lichtstrahl bereits vor dem Auge gebündelt wird und direkt auf die Netzhautmitte trifft, die Stelle des schärfsten Sehens. Auch mit der Rasterbrille wird die Augenmuskulatur trainiert. „Wenn man so eine bunte oder eine Rasterbrille länger auf hatte und sie dann absetzt, das ist direkt trostlos“, sagt Teilnehmerin Margot Apfelbaum. „Dieses andere Sehen, das war schon sehr angenehm.“

Über Cornelia Stromeyer, kinestrom

Praxis für Kinesiologie und Augenschulung
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